Täter-Opfer-Ausgleich Bremen 

Allgemeine Informationen


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Täter-Opfer-Ausgleich? - Konfliktschlichtung? - Was ist das eigentlich?


Ein Streit oder eine Straftat haben viele unangenehme Folgen. Ein Täter-Opfer-Ausgleich oder eine Konfliktvermittlung sollen in geeig-neten Fällen den Schaden begrenzen und eine Wiedergutmachung der aufgetretenen Ungerechtigkeiten erreichen. Besonders geeignet ist Konfliktvermittlung dort, wo neben dem rechtlichen Problem eine persönliche Beziehung zwischen den Betroffenen besteht oder wo wegen sachlicher und rechtlicher Komplikationen mit langwierigen und teuren Rechtsverfahren ohne vernünftiges Ergebnis zu rechnen ist.

Wir bieten den zerstrittenen Parteien, den Beschuldigten und Geschädigten, die Möglichkeit:

  • in entspannter Atmosphäre mit einem neutralen Vermittler über das Vorgefallene zu sprechen
  • den Konfliktgegner auf Wunsch auf "neutralem Boden" zu treffen
  • gemeinsam eine Lösung des Konfliktes zu suchen
  • eine Wiedergutmachung zu finden, mit der beide Seiten einverstanden sind
  • eine Abmachung zu treffen, wie zukünftig miteinander umgegangen werden soll

Welche Vorteile hat das für mich?


Als Geschädigter kann ich gegenüber dem Täter

  • meine Interessen und Belange selber vorbringen
  • meinen Ärger und meine Verletztheit ausdrücken
  • meine Vorstellungen über eine Wiedergutmachung äußern

Als Täter kann ich  zeigen, dass ich

  • mich der Tat und ihren Folgen stelle
  • zur Wiedergutmachung und Bereinigung bereit bin

Was tun die Vermittler?


Die Vermittler stehen im Einverständnis mit allen Beteiligten. Sie sind "allparteiliche" neutrale Mediatoren. Sie arbeiten justizunabhängig und für die Beteiligten kostenlos. Mit dem ihnen Anvertrauten gehen sie vertraulich um (Schweigepflicht). Ihre Aufgabe ist es, die Beteiligten darin zu unterstützen, selbst eine geeignete Lösung ihres Konfliktes zu finden.

Wie ist der Ablauf?

Die Beteiligten vereinbaren zunächst einen Termin für ein ausführliches Einzelgespräch mit dem Vermittler, in dem über die Tat und ihre Folgen gesprochen wird. Danach werden mögliche Interessen und Wiedergutmachungsleistungen gesucht, z. B.:

  • eine persönliche, schriftliche oder öffentliche Entschuldigung
  • finanzielle Leistungen wie Schmerzensgeld oder Schadensersatz
  • Reparaturen oder andere Arbeiten
  • ein Geschenk
  • gemeinsame Aktivitäten u. v. m.

In einem gemeinsamen Treffen können die Beteiligten miteinander über den Vorfall sprechen und sich auf konkrete Wiedergutmachungsleistungen einigen.

Wann ist die Sache zu Ende?

Sind sich die Betroffenen einig, können die Wiedergutmachungsleistungen und die Beilegung des Konfliktes verbindlich in einem Schlichtungsvertrag festgehalten werden. Sobald die Wiedergutmachung vollständig abgewickelt ist, ist die Vermittlung beendet. Wenn die Betroffenen es wünschen, wird die Staatsanwaltschaft oder das Gericht über die erfolgte Schlichtung informiert.